Montag, 1. Juli 2013

Do not finish


Nun ist es wohl an der Zeit, einen Bericht zu verfassen, in dem es um den tollen Radmarathon gestern geht. Das fällt mir dieses Mal leider nicht ganz leicht. Wie einige ja bereits aus anderen Quellen wissen, ist es leider nicht so gelaufen, wie ich mir das erhofft hatte.

Freitagnachmittag begab ich mich auf die große Laufrunde und hatte eigentlich ein echt gutes Gefühl. Die Beine waren kaum noch müde und ich hatte den Eindruck, die MD in Bad Bodenteich wirklich verarbeitet zu haben.

Samstag war dann komplett sportfrei. Das war auch genau so geplant. Meine Oma feierte Ihren Geburtstag und so ging es eben morgens nach Berlin und nach einem leckeren Essen beim Italiener wieder gen Heimat.

Die Nacht verlief nicht ganz optimal. Erst konnte ich nicht einschlafen, dann war ich stündlich wach und um 4:00 Uhr klingelte dann wieder der Wecker. Schnell die Sachen zusammen packen und ab ins Auto nach Hamburg, einen Mitfahrer einsammeln und auf nach Schleswig.

In Schleswig angekommen, gönnte ich mir erstmal einen schönen Pott Kaffee, bevor es dann auf die Piste ging. Wie üblich, setzte sehr schnell das tempobolzen zur ersten Kontrolle ein. Aber das kennt man ja. 33 km kann man auch gut mal etwas knackiger angehen.

Auf dem Weg zur ersten Kontrolle merkte ich aber schon, dass ich ungewohnt dicht an den „Roten Bereich“ ran kam. Ich dachte mir nichts dabei, schlug bei den angebotenen Käsebroten und Müsliriegeln zu und begab mich auf die zweite Etappe. Nun war die Gruppe kleiner, aber das Tempo blieb auf ziemlich hohem Niveau! Dazu kamen nun nach und nach sportliche Hügel. Dies lies mein Wohlbefinden leider nicht wirklich ansteigen. Kurz vor Ende der Runde musste ich dann Jens fahren lassen. Die Hüttenenberge hatten bei mir den Stecker gezogen. 
Der Hungerast drohte und ich bekam aber nichts runter. Auf Grund der kühlen 14 °C war auch das Verlangen nach Flüssigkeit sehr gering, womit eine weitere Energiequelle ungenutzt blieb. An der zweiten Kontrolle angekommen, trafen wir auf Kollegen aus dem Verein, welche auf der 150 km Runde bzw. 110 km Runde waren. Diese Strecken waren nun identisch, also schlossen wir uns dort an und begaben uns auf den Weg nach Stubbe!

Plötzlich lief es bei mir wieder besser. Trotz Wind und einiger Bodenwellen, konnte ich mit Jens die Damen und Herren sicher nach Stubbe bringen. Die komplette Fahrt im Wind, mit ordentlich dampf machte richtig Laune. In Stubbe gab es schnell etwas Milchreis und dann ging es weiter! Diesmal etwas ruhiger, denn die Mitfahrer waren nicht ganz so angetan von dem Tempo.

Die dritte Kontrolle versteckte sich etwas, aber auch hier gab es lecker Milchreis, bevor es dann weiterging. Auch hier konnte ich mich wieder gut vorn einreihen und die Tempoarbeit übernehmen. Das war meine Versicherung, dass ich mein Tempo fahren konnte. Meine Hoffnung gut durch zukommen stiegen wieder.

Dann kam die Streckenteilung. Die 110 km Gruppe verabschiedete sich und wir waren nur noch zu fünft. Nun stieg auch mit einem Schlag das Tempo wieder an. Und das war nicht mehr mein Tempo. Nieselregen setzte ein und der Himmel versprach, dass es dabei nicht bleiben würde! Bei der Überquerung der B77 erblickte ich das Schild mit „Schleswig 11km“. Ich zögerte erst, dann ein Blick auf den Tacho. 160 km waren erst um. Mir war bitter kalt, der Regen wurde doller, keine Regenjacke, keine Lust, Rückenschmerzen, ein reißen in beiden Beinen und eine Gruppe, die mir zu schnell war. Ich verabschiedete mich und beschloss, den Marathon abzubrechen.

Schnell war ich in Schleswig wieder an der Schule und somit am Auto angekommen. Ab unter die heiße Dusche, einen heißen Kaffee hinterher und dann noch gut 1,5 h warten, bis mein Mitfahrer den Marathon beendet hatte. Aber selbst hier merkte ich, dass es richtig war. Ich hatte Hunger, bekam aber einfach nichts runter. Kein gutes Zeichen!

Es war mein erstes DNF und ich hoffe auch, dass das so schnell nicht wieder vorkommt. Zu meiner Verteidigung möchte ich ein paar Ausreden platzieren, um meine Beweggründe für einen Abbruch aufzuzeigen. Welche Ihr gelten lasst, dass über lasse ich euch!

  1. Die Mitteldistanz blieb wohl doch etwas länger im Körper als gedacht!
  2. Ein Zweistundenlauf ist nach einer MD doch nicht soo leicht zu verkraften!
  3. Glücksburg schien in Gefahr, einsetzender Regen und den ganzen Tag schon arge Probleme mit den Temperaturen!
  4. Schlechte Energiezufuhr, bzw. erhöhter Energieverbrauch durch die Kälte ließen die Kräfte schneller schwinden.

Ich könnte das noch länger fortsetzen, vor allem kam ein allgemeines „Unwohlsein“ dazu. Unter dem Strich habe ich ernsthaft Angst bekommen, Glückburg zu gefährden. Auch wenn es jetzt natürlich mental ein kleines Desaster war, war es körperlich wohl doch ganz richtig! Mit richtig beißen wäre ich wohl auch angekommen, aber was hätte ich dann gewonnen? Eine Erkältung als Dank?! Nein, das wollte ich einfach nicht riskieren!

Das mag für den ein oder anderen so klingen, als sei ich ein kleines „Weichei“, das nach 160 km wegen etwas Regen aufgibt! Ok, damit kann ich leben! Ich bin aber nach wie vor der Meinung, eine richtige Entscheidung getroffen zu haben!

Ich hoffe, gesund zu bleiben und nicht die ersten Anzeichen einer drohenden Infektion am Sonntag erkannt zu haben. Daher werde ich heute einen kompletten Tag Pause einlegen und morgen ganz behutsam wieder mit etwas Radfahren ins Training einsteigen. Mal schauen wie es sich dann verhält!

1 Kommentar:

  1. Hey Stefan,

    Respekt - 'ne Woche nach einer MD ... vorne im Wind zu fahren ... ;-D
    Der Weg ist das Ziel und sich mal rauszunehmen ist manchmal von Vorteil
    Also ... bleib gesund und OstseeMan!

    Grüsse Jens

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