Nun
ist es wohl an der Zeit, einen Bericht zu verfassen, in dem es um den tollen
Radmarathon gestern geht. Das fällt mir dieses Mal leider nicht ganz leicht.
Wie einige ja bereits aus anderen Quellen wissen, ist es leider nicht so
gelaufen, wie ich mir das erhofft hatte.
Freitagnachmittag
begab ich mich auf die große Laufrunde und hatte eigentlich ein echt gutes
Gefühl. Die Beine waren kaum noch müde und ich hatte den Eindruck, die MD in
Bad Bodenteich wirklich verarbeitet zu haben.
Die
Nacht verlief nicht ganz optimal. Erst konnte ich nicht einschlafen, dann war
ich stündlich wach und um 4:00 Uhr klingelte dann wieder der Wecker. Schnell
die Sachen zusammen packen und ab ins Auto nach Hamburg, einen Mitfahrer
einsammeln und auf nach Schleswig.
In
Schleswig angekommen, gönnte ich mir erstmal einen schönen Pott Kaffee, bevor
es dann auf die Piste ging. Wie üblich, setzte sehr schnell das tempobolzen zur
ersten Kontrolle ein. Aber das kennt man ja. 33
km kann man auch gut mal etwas knackiger angehen.
Der
Hungerast drohte und ich bekam aber nichts runter. Auf Grund der kühlen 14
°C war auch das Verlangen nach Flüssigkeit sehr gering,
womit eine weitere Energiequelle ungenutzt blieb. An der zweiten Kontrolle
angekommen, trafen wir auf Kollegen aus dem Verein, welche auf der 150
km Runde bzw. 110 km Runde waren. Diese
Strecken waren nun identisch, also schlossen wir uns dort an und begaben uns
auf den Weg nach Stubbe!
Die
dritte Kontrolle versteckte sich etwas, aber auch hier gab es lecker Milchreis,
bevor es dann weiterging. Auch hier konnte ich mich wieder gut vorn einreihen
und die Tempoarbeit übernehmen. Das war meine Versicherung, dass ich mein Tempo
fahren konnte. Meine Hoffnung gut durch zukommen stiegen wieder.
Dann
kam die Streckenteilung. Die 110 km Gruppe verabschiedete
sich und wir waren nur noch zu fünft. Nun stieg auch mit einem Schlag das Tempo
wieder an. Und das war nicht mehr mein Tempo. Nieselregen setzte ein und der
Himmel versprach, dass es dabei nicht bleiben würde! Bei der Überquerung der
B77 erblickte ich das Schild mit „Schleswig 11km“. Ich zögerte erst, dann ein
Blick auf den Tacho. 160 km waren erst um. Mir war
bitter kalt, der Regen wurde doller, keine Regenjacke, keine Lust,
Rückenschmerzen, ein reißen in beiden Beinen und eine Gruppe, die mir zu
schnell war. Ich verabschiedete mich und beschloss, den Marathon abzubrechen.
Schnell
war ich in Schleswig wieder an der Schule und somit am Auto angekommen. Ab
unter die heiße Dusche, einen heißen Kaffee hinterher und dann noch gut 1,5 h
warten, bis mein Mitfahrer den Marathon beendet hatte. Aber selbst hier merkte
ich, dass es richtig war. Ich hatte Hunger, bekam aber einfach nichts runter.
Kein gutes Zeichen!
Es
war mein erstes DNF und ich hoffe auch, dass das so schnell nicht wieder
vorkommt. Zu meiner Verteidigung möchte ich ein paar Ausreden platzieren, um
meine Beweggründe für einen Abbruch aufzuzeigen. Welche Ihr gelten lasst, dass
über lasse ich euch!
- Die Mitteldistanz blieb wohl doch etwas länger im Körper als gedacht!
- Ein Zweistundenlauf ist nach einer MD doch nicht soo leicht zu verkraften!
- Glücksburg schien in Gefahr, einsetzender Regen und den ganzen Tag schon arge Probleme mit den Temperaturen!
- Schlechte Energiezufuhr, bzw. erhöhter Energieverbrauch durch die Kälte ließen die Kräfte schneller schwinden.
Ich
könnte das noch länger fortsetzen, vor allem kam ein allgemeines „Unwohlsein“
dazu. Unter dem Strich habe ich ernsthaft Angst bekommen, Glückburg zu
gefährden. Auch wenn es jetzt natürlich mental ein kleines Desaster war, war es
körperlich wohl doch ganz richtig! Mit richtig beißen wäre ich wohl auch
angekommen, aber was hätte ich dann gewonnen? Eine Erkältung als Dank?! Nein,
das wollte ich einfach nicht riskieren!
Das
mag für den ein oder anderen so klingen, als sei ich ein kleines „Weichei“, das
nach 160 km wegen etwas Regen
aufgibt! Ok, damit kann ich leben! Ich bin aber nach wie vor der Meinung, eine
richtige Entscheidung getroffen zu haben!
Ich
hoffe, gesund zu bleiben und nicht die ersten Anzeichen einer drohenden
Infektion am Sonntag erkannt zu haben. Daher werde ich heute einen kompletten
Tag Pause einlegen und morgen ganz behutsam wieder mit etwas Radfahren ins
Training einsteigen. Mal schauen wie es sich dann verhält!
Hey Stefan,
AntwortenLöschenRespekt - 'ne Woche nach einer MD ... vorne im Wind zu fahren ... ;-D
Der Weg ist das Ziel und sich mal rauszunehmen ist manchmal von Vorteil
Also ... bleib gesund und OstseeMan!
Grüsse Jens