Sonntag, 28. April 2013

Förde-Crossing, 11. August 2012


Die Deutsch – Dänische Grenze habe ich im Laufe der letzten Jahre bereits  in den unterschiedlichsten Formen überquert. Auch die Orte des Grenzübertritts waren durchaus verschieden. Hin und wieder ging es mit Fähren von Rügen oder Puttgarden aus, andere Male ging es auf der A7 mit dem Auto über die Grenze. Mit dem Zug habe ich auch schon dieses Land bereist und nicht zuletzt auch mit dem Motorrad! Aber nun gab es die Möglichkeit, die Grenze schwimmend zu überqueren! Klar, dass ich das unbedingt mitmachen musste.

So ging es also an einem Bettenwechselsamstag im August in aller Früh hoch nach Glücksburg. Die Autobahn war brechend voll, aber wir sind staufrei oben angekommen. Kerstin und Jens sind etwas später gefahren und haben den Stau voll abbekommen. Start war erst gegen 16 Uhr, also hatten wir noch einige Zeit, das schöne Wetter zu genießen.

Kurz vor dem Start zwängte ich mich dann mal wieder in meinen Neoprenanzug und lauschte gespannt der Wettkampfbesprechung. Im Anschluss ging es mit Segelbooten von Privatleuten (an dieser Stelle vielen Dank dafür) rüber nach Dänemark. Auf dem Weg wurde schnell deutlich, wie weit 3.000m eigentlich sind! Drüben angekommen ging es mit einem Kopfsprung vom Boot (das wollte ich immer schon mal machen, seit ich Baywatch im Fernsehen als kleiner Junge gesehen habe) in die Förde und die letzten Meter zum dänischen Festland.

Hier standen viele Helfer, die einen mit ausreichend Vaselinie versorgten. Ich fragte mich zu Beginn, wofür das Not tat. Klar, ein wenig den Hals eincremen, damit der Neo nicht scheuert, das war mir klar. Aber alle schmierten sich das Zeug ins Gesicht, Hände und Füße. Dann erfuhr ich, dass es zum Schutz vor den Nesseln der Feuerquallen helfen sollte. Also legte ich auch noch etwas Creme auf und schritt im Mittelfeld zum Start.

Ab ging es. Das Wetter war super, die Förde war nahezu komplett frei von Wellen und das Wasser war glasklar. Ich versuchte mich etwas rechts zu halten und so dem großen Getümmel aus dem Wege zu gehen. Das lief auch super. Schnell war ich ziemlich einsam (hätte mir eigentlich komisch vorkommen sollen) und arbeitete mich weiter gen Deutschland vor.

Das Ziel kam näher und ich stellte fest, dass ich leider inzwischen sehr einsam war. Ich hatte zwar die richtigen Gebäude angepeilt, bin dabei aber viel zu weit nach rechts von der Optimallinie abgekommen und ruinierte mir eine vielleicht mögliche Sub 1 damit gänzlich.

Schnell nahm ich eine Kurskorrektur vor, aber diese kostete bestimmt 5-6 Minuten und einiges an Kraft. Innerlich ärgerte ich mich über meine Navigationskünste, aber das Gefühl nun von Dänemark nach Deutschland geschwommen zu sein, glich das wieder etwas aus. Jan, mein Vereinkollege (inzwischen stand es 1:2 für mich) legte bessere Navigationskünste an den Tag und besiegte mich. Zwar fehlte Ihm auch rund 1 Minute für die ersehnte Sub 1, aber das motiviert für einen weiteren Start in den folgenden Jahren! Aktueller Stand Jan: 2 und Stefan: 2! Mal sehen, wie sich das noch weiter entwickelt bei direkten Vergleichen!


Das Fröde-Crossing ist ein absolutes Super-Event, welches ich nur empfehlen kann. Aber um dort teilzunehmen, sollte man bereits bei der Anmeldung sehr schnell zu Werke gehen, denn wer sich nicht in den ersten 12 h nach Öffnung angemeldet hat, kann einen Startplatz eigentlich vergessen. Anmeldestart ist meist 0:00 Uhr und bereits morgens um 6 Uhr war ich auf der Warteliste gelandet. Zwar Platz 14 ca. und somit im Bereich der Nachrücker, aber das sagt eigentlich alles!

3.000m durch die Förde in 1:04, das ist OK, aber ausbaufähig!

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