Wie angekündigt ging es
direkt nach der Arbeit gestern schnell nach Hause. Auf dem Heimweg überlegte
ich immer wieder, wie ich mich um die Laufeinheit drücken könnte. Erst wollte
ich es auf das Wetter schieben und die Einheit auf Sonntag legen. Dann musste
ich aber erkennen, dass ich den Sonntag eigentlich schon mit anderen Einheiten
verplant hatte.
Dann wollte ich nur einen
kurzen Lauf, so eine Stunde ca., machen. Aber auch hier erkannte ich schnell,
dass ich in einer Stunde genau so nass sein werde, wie wenn ich den ganzen Lauf
mache.
Zu Hause angekommen
begann ich sehr zögerlich mich umzuziehen und versuchte mir noch mal einen
neuen Grund zu überlegen, warum ich lieber da bleiben sollte. Meine Freundin
redete mir Mut zu und schob sich eine Pizza in den Ofen.
Ich kann gerade nicht
genau sagen, warum ich letzten Endes dann los gelaufen bin. War es eine Form
von Wut, dass Sie jetzt lecker mit Pizza und Bier im warmen Wohnzimmer vor der
Glotze hockt? War es der Trotz, der eben unter Beweis stellen soll, wie stark
ich mental bin? Oder war es dann doch pure Verzweiflung, weil mir einfach kein
guter Grund eingefallen ist?
Es schüttete aus Eimern,
dazu wehte ein eisiger Wind und die Wahl mit der ¾ Hose schien mir Anfangs
nicht ganz optimal. Ich begab mich direkt auf die große 20
km Runde. Die ersten 5
km schön gegen den Wind, berg hoch und den Regen voll im
Gesicht. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich bereits hier komplett
durchnässt war. Endlich knickte der Weg ab und der Wind kam von hinten. Nun
durchnässte der Rücken noch, damit wirklich nichts trocken blieb. Die Schuhe
waren ebenfalls komplett durch und begannen schon diese typischen Geräusche zu
machen.
An diesem Punkt der
Strecke begann ich plötzlich zu grinsen und freute mich wie ein Schneekönig.
Völlig bekloppt, aber so war es. Die restlichen 15
km durch den Dauerregen genoss ich in vollen Zügen und war
super stolz auf mich selbst, Laufen gegangen zu sein!
Zu hause angekommen,
stellte ich dann fest, wie nass ich wirklich war. In den Ärmeln der Regenjacke
stand das Wasser, die Schuhe sind immer noch nass und verursachen schöne
Pfützen im Treppenhaus und aus dem Cap tropft es immer noch!
Heute Früh waren die
Beine dann schon etwas angeschlagen, aber deutlich fitter als angenommen. So
ging es dann bei frischen 7°C mit dem Rennrad los.
Ziemlich genau 100 km sind es geworden. Es
lief prima, wenn auch gen Ende die Beine recht schwer wurden. Aus diesem Grund
kürzte ich dann auch den Koppellauf etwas ab und war hier bereits nach 3km
wieder zu hause.
Nun genieße ich den
restlichen Samstag mit dem Gefühl, richtig was geschafft zu haben!
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