Samstag, 27. April 2013

Abgesoffen


Wie angekündigt ging es direkt nach der Arbeit gestern schnell nach Hause. Auf dem Heimweg überlegte ich immer wieder, wie ich mich um die Laufeinheit drücken könnte. Erst wollte ich es auf das Wetter schieben und die Einheit auf Sonntag legen. Dann musste ich aber erkennen, dass ich den Sonntag eigentlich schon mit anderen Einheiten verplant hatte.

Dann wollte ich nur einen kurzen Lauf, so eine Stunde ca., machen. Aber auch hier erkannte ich schnell, dass ich in einer Stunde genau so nass sein werde, wie wenn ich den ganzen Lauf mache.

Zu Hause angekommen begann ich sehr zögerlich mich umzuziehen und versuchte mir noch mal einen neuen Grund zu überlegen, warum ich lieber da bleiben sollte. Meine Freundin redete mir Mut zu und schob sich eine Pizza in den Ofen.

Ich kann gerade nicht genau sagen, warum ich letzten Endes dann los gelaufen bin. War es eine Form von Wut, dass Sie jetzt lecker mit Pizza und Bier im warmen Wohnzimmer vor der Glotze hockt? War es der Trotz, der eben unter Beweis stellen soll, wie stark ich mental bin? Oder war es dann doch pure Verzweiflung, weil mir einfach kein guter Grund eingefallen ist?

Es schüttete aus Eimern, dazu wehte ein eisiger Wind und die Wahl mit der ¾ Hose schien mir Anfangs nicht ganz optimal. Ich begab mich direkt auf die große 20 km Runde. Die ersten 5 km schön gegen den Wind, berg hoch und den Regen voll im Gesicht. Ich brauche nicht zu erwähnen, dass ich bereits hier komplett durchnässt war. Endlich knickte der Weg ab und der Wind kam von hinten. Nun durchnässte der Rücken noch, damit wirklich nichts trocken blieb. Die Schuhe waren ebenfalls komplett durch und begannen schon diese typischen Geräusche zu machen.

An diesem Punkt der Strecke begann ich plötzlich zu grinsen und freute mich wie ein Schneekönig. Völlig bekloppt, aber so war es. Die restlichen 15 km durch den Dauerregen genoss ich in vollen Zügen und war super stolz auf mich selbst, Laufen gegangen zu sein!

Zu hause angekommen, stellte ich dann fest, wie nass ich wirklich war. In den Ärmeln der Regenjacke stand das Wasser, die Schuhe sind immer noch nass und verursachen schöne Pfützen im Treppenhaus und aus dem Cap tropft es immer noch!

Heute Früh waren die Beine dann schon etwas angeschlagen, aber deutlich fitter als angenommen. So ging es dann bei frischen 7°C mit dem Rennrad los. Ziemlich genau 100 km sind es geworden. Es lief prima, wenn auch gen Ende die Beine recht schwer wurden. Aus diesem Grund kürzte ich dann auch den Koppellauf etwas ab und war hier bereits nach 3km wieder zu hause.

Nun genieße ich den restlichen Samstag mit dem Gefühl, richtig was geschafft zu haben!

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