Nach der Mitteldistanz in Hannover setzte sich eine
scheinbar Rabenschwarze Serie fort. Kurz nach der Mitteldistanz, auf welcher
ich meine damaligen Grenzen wohl deutlich überschritt, rebellierte mein Körper
mit einer Nierenbeckenentzündung. Hieraus resultierten zwei Wochen kompletter
Trainingsausfall und direkt das nächste DNS! Eigentlich wollte ich bei dem Halbmarathon in Buchholz Ende Juni endlich
die 2h-Marke knacken, doch so ging es sicher nicht.
Nach einiger Erholung und dem Wiedereinstieg ins
Training stand nun das Seeschwimmen in Plön an. Dieses startete ausnahmsweise
mal nicht mitten in der Nacht und auch nicht an einem Sonntag, sondern am Samstag.
Also rein ins Auto, Schwimmsachen dabei und ab nach Plön, erstmal die Startunterlagen
holen.
Je weiter man nach Norden kam, desto dunkler wurde
es am Himmel und schließlich begann es kurz vor Plön zu Regnen wie aus Eimern.
Gut, mir als Schwimmer sicher egal, aber der durch den Temperaturwechsel
verursachte Nebel über dem Plöner See machten mir etwas Angst.
Von der Prinzeninsel galt es die Rund 3.000m quer
durch den großen Plöner See zurück zum Strand an der Fegetasche zurückzulegen.
Auf die andere Seite des Sees ging es mit einem normalen Ausflugsdampfer.
Herrlich, draußen regnete es immer noch ohne Unterbrechung, im Schiffsinneren
tummelten sich rund 150 Männer und Frauen in Neoprenanzügen und warteten
gespannt auf die Ankunft. Auf dem Weg zur Anlegestelle auf der Prinzeninsel
wurde noch eine weitere Station angefahren. Hier stiegen 3-4 Motorradfahrer zu,
die ihren Augen nicht trauten. Sofort kamen Sprüchen auf wie „Wisst Ihr was mit
diesem Kahn hier passiert, was wir vielleicht auch wissen sollten?!“ u.ä.!
Auf der Prinzeninsel angekommen, wurden schnell
noch die FlipFlops abgegeben, die Schwimmbrillen und Badekappen aufgesetzt und
dann ab ins Wasser. Ja, auch vom Ufer aus war es nicht möglich, das Ziel auf
der anderen Seeseite zu sehen, der Neben war zu dicht! Dazu hat der Wind
aufgefrischt. Freudig stellten wir schnell fest, dass die Strömung uns nun
behilflich sein würde. Im Abstand von ca. 500m waren große Bojen im Wasser, so
dass man sich grob daran orientieren konnte. Und ab ging es!
Schnell fand ich meinen Rhythmus und konnte
anfangen, die ersten Meter in Angriff zu nehmen. Langsam nahmen die Wellen auf
dem See nun doch zu. Die zuvor schützende Prinzeninsel konnte mir keinen Schutz
mehr bieten. Nicht, dass ich Seekrank werde, aber blöd daran war, dass ich
eigentlich immer Links atme. Bis ich meinen Rhythmus dann auf die Wellen abgestimmt
hatte, dauerte es eine gefühlte Ewigkeit. Bei jedem Versuch, Luft zu holen,
brach sie genau in diesem Moment und ließ mich Wasser schlucken ohne Ende!
Dieses Spiel setzte sich nun fort und wurde eher
schlimmer als besser, denn der Wind nahm weiter zu. Inzwischen hatte ich wohl
die Mitte der Strecke erreicht, also wenn ich mich nicht beim Passieren der
Bojen verzählt hatte. So langsam konnte ich die Hochhäuser hinter dem Strand
erkennen und diese anpeilen. Die Arme wurden immer müder, die Beine sackten
immer weiter ab, ich trank immer mehr Seewasser und kam gefühlt nur noch sehr
langsam voran.
3.000m im See, der plötzlich mit richtigen Wellen
daher kommt, sind eben doch kein Kindergeburtstag. Schließlich konnte ich mich
noch einmal richtig motivieren und die letzten 800m überwinden. Am Strand
angekommen, taumelte ich auf die Zeitmessung zu, bevor es dann erstmal zur
Verpflegung im Zelt nebenan ging.
1:08h habe ich gebraucht (115. von 147. Schwimmern).
Natürlich spielte ich im Vorfeld mit dem Gedanken, die Stunde zu unterbieten,
aber aufgrund der Wetterverhältnisse und der Tatsache, dass es mein erstes
Langstreckenschwimmen über 3.000m war, bin ich auch mit dieser Zeit sehr
zufrieden.
Leid taten mir vor allem alle Zuschauer. Es regnete
die komplette Zeit, zu sehen war dank des Nebels nichts und der Wind machte die
12°C noch deutlich unangenehmer für sie. Ich glaube,
wir Schwimmer hatten es da noch mit am Besten! Nach einer ordentlichen Stärkung
ging es dann schnell weiter zum Auto und ab nach Preetz, heiß duschen.
Leider gab es 2012 kein Seeschwimmen und auch in
diesem Jahr wird es ausfallen. Aber sowie dieses wieder angeboten wird, werde
ich wieder kommen. Das Wetter kann eigentlich nur besser werden und die Stunde
muss dringend unterboten werden!

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