Die Sonne lacht vom
Himmel, keine Termine, bis auf einen kleinen Umzug am Abend. So kann man sich
den Freitag doch mal ganz entspannt einteilen, wie es am Besten passt.
Was bedeutet das für
einen kleinen Triathleten, der im Sommer an der Ostsee seine Grenzen erfahren
will? Na klar! Neben der Recherche (wie ich dieses Wort hasse) zu seiner
Bachelorarbeit kann man den Tag super für einen langen Lauf nutzen.
Gestern musste ich etwas
unfreiwillig auf meine Schwimmeinheit verzichten, aber das war nur bedingt
schlimm, denn die 5h Sport vom Mittwoch waren schon noch ziemlich arg in den
Knochen zu spüren.
Also ging es heute früh
direkt los, 20 km Laufen mit der Option,
diese Runde noch etwas zu verlängern. Trinkgürtel und einen Müsliriegel nahm
ich mir mit und im Briefkasten deponierte ich eine Banane und eine große
Radflasche mit Wasser, für den Fall der Verlängerung nach 20
km.
Zu Beginn lief es
eigentlich ganz gut. Ich bremste mich immer wieder, denn schließlich hatte ich
ja noch einiges vor. Aber schon nach einer Stunde ca. merkte ich, wie der
Koppellauf vom Mittwoch wieder „hoch kam“! Zu diesem Zeitpunkt ging es
zusätzlich gut bergan und der Wind kam natürlich von vorn. Aber auch das Stück
dahinter durch den Wald wurde nicht besser.
Es war klar, ich muss nun
wirklich etwas kämpfen um die 20 km überhaupt zu überstehen.
Frust machte sich natürlich sofort breit. Man trainiert seit November, läuft
Kilometer um Kilometer und geht dann trotz geringen Tempos noch vor km 15
langsam ein. Ich sprach mir Mut zu und begründete diesen Ausfall mit der
Temperatur, mit dem Training vom Mittwoch und nicht zu letzt mit fehlender
Schwimmeinheit vom Vortag, die die Muskeln vielleicht etwas gelockert hätte.
Endlich wieder zu hause,
verschwendete ich nicht mal einen Gedanken daran noch eine Runde hinten ran zu
hängen. Ich futterte die Banane und trank die Flasche aus und verkrümelte ich
mich mit dem Laptop auf den Balkon.
Inzwischen sind die Beine
wieder halbwegs locker. Da half wohl auch das Rollen mit dem Rennrad zur Tankstelle
zum Waschen und zur Post! Wenn ich jetzt so daran denke, wo die Gründe für das
heutige Scheitern liegen könnten, stimme ich den oben genannten Gedanken
durchaus zu und erweitere diese mit fehlenden Laufkilometern in den letzten 8
Wochen!
Somit wäre der Fehler
ausgemacht. Die spannende Frage wird eher sein, ob ich diese Kilometer bzw.
diese Form noch bis August aufholen kann ohne einen Totalausfall zu riskieren?
Ich weiß es nicht. Wenn ich so in mich hinein höre, dann muss ich wirklich
einräumen, irgendwo an einem Punkt zu sein, an dem mehr einfach nicht machbar
ist. Sowohl aus den gesellschaftlichen Gesichtspunkten als auch aus der
körperlichen Leistung hinaus, ist eine Steigerung eigentlich nicht mehr
möglich.
Und diese Gewissheit
bringt mich dann wirklich zum ersten Mal seit Trainingsbeginn an einen Punkt,
an dem ich echt hinterfrage, ob ich in Glückburg das Ziel vor dem Feuerwerk um
22:15 Uhr erreichen werde?!
Um ehrlich zu sein, heute
habe ich wirklich daran gezweifelt. Aber auf der anderen Seite, ich hatte schon
so viele sehr gute Einheiten, an denen mir ein Finish greifbar nahe vor kam,
dass ich mich davon nun nicht entmutigen lassen sollte!
Nun gilt es morgen einmal
die Beine etwas locker zu schwimmen und dann am Sonntag die nächsten 220
km in Form des Nortorfer Radmarathon unter die Räder zu
nehmen!
Macht schnell
Feierabend und genießt das schöne Wetter!
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