Freitag, 31. Mai 2013

Kann ich es überhaupt schaffen?

Die Sonne lacht vom Himmel, keine Termine, bis auf einen kleinen Umzug am Abend. So kann man sich den Freitag doch mal ganz entspannt einteilen, wie es am Besten passt.

Was bedeutet das für einen kleinen Triathleten, der im Sommer an der Ostsee seine Grenzen erfahren will? Na klar! Neben der Recherche (wie ich dieses Wort hasse) zu seiner Bachelorarbeit kann man den Tag super für einen langen Lauf nutzen.

Gestern musste ich etwas unfreiwillig auf meine Schwimmeinheit verzichten, aber das war nur bedingt schlimm, denn die 5h Sport vom Mittwoch waren schon noch ziemlich arg in den Knochen zu spüren.

Also ging es heute früh direkt los, 20 km Laufen mit der Option, diese Runde noch etwas zu verlängern. Trinkgürtel und einen Müsliriegel nahm ich mir mit und im Briefkasten deponierte ich eine Banane und eine große Radflasche mit Wasser, für den Fall der Verlängerung nach 20 km.

Zu Beginn lief es eigentlich ganz gut. Ich bremste mich immer wieder, denn schließlich hatte ich ja noch einiges vor. Aber schon nach einer Stunde ca. merkte ich, wie der Koppellauf vom Mittwoch wieder „hoch kam“! Zu diesem Zeitpunkt ging es zusätzlich gut bergan und der Wind kam natürlich von vorn. Aber auch das Stück dahinter durch den Wald wurde nicht besser.

Es war klar, ich muss nun wirklich etwas kämpfen um die 20 km überhaupt zu überstehen. Frust machte sich natürlich sofort breit. Man trainiert seit November, läuft Kilometer um Kilometer und geht dann trotz geringen Tempos noch vor km 15 langsam ein. Ich sprach mir Mut zu und begründete diesen Ausfall mit der Temperatur, mit dem Training vom Mittwoch und nicht zu letzt mit fehlender Schwimmeinheit vom Vortag, die die Muskeln vielleicht etwas gelockert hätte.

Endlich wieder zu hause, verschwendete ich nicht mal einen Gedanken daran noch eine Runde hinten ran zu hängen. Ich futterte die Banane und trank die Flasche aus und verkrümelte ich mich mit dem Laptop auf den Balkon.

Inzwischen sind die Beine wieder halbwegs locker. Da half wohl auch das Rollen mit dem Rennrad zur Tankstelle zum Waschen und zur Post! Wenn ich jetzt so daran denke, wo die Gründe für das heutige Scheitern liegen könnten, stimme ich den oben genannten Gedanken durchaus zu und erweitere diese mit fehlenden Laufkilometern in den letzten 8 Wochen!

Somit wäre der Fehler ausgemacht. Die spannende Frage wird eher sein, ob ich diese Kilometer bzw. diese Form noch bis August aufholen kann ohne einen Totalausfall zu riskieren? Ich weiß es nicht. Wenn ich so in mich hinein höre, dann muss ich wirklich einräumen, irgendwo an einem Punkt zu sein, an dem mehr einfach nicht machbar ist. Sowohl aus den gesellschaftlichen Gesichtspunkten als auch aus der körperlichen Leistung hinaus, ist eine Steigerung eigentlich nicht mehr möglich.

Und diese Gewissheit bringt mich dann wirklich zum ersten Mal seit Trainingsbeginn an einen Punkt, an dem ich echt hinterfrage, ob ich in Glückburg das Ziel vor dem Feuerwerk um 22:15 Uhr erreichen werde?!

Um ehrlich zu sein, heute habe ich wirklich daran gezweifelt. Aber auf der anderen Seite, ich hatte schon so viele sehr gute Einheiten, an denen mir ein Finish greifbar nahe vor kam, dass ich mich davon nun nicht entmutigen lassen sollte!

Nun gilt es morgen einmal die Beine etwas locker zu schwimmen und dann am Sonntag die nächsten 220 km in Form des Nortorfer Radmarathon unter die Räder zu nehmen!

Macht schnell Feierabend und genießt das schöne Wetter!

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